Reiseberichte

Zurück in Tarragona

Am Montag Morgen haben wir den Campingplatz in Cambrils verlassen. Von Donnerstag bis Samstag hatten wir sehr stürmisches Wetter mit Windgeschwindigkeiten von 100 km/h. Der feine Sand ist durch Ritzen bis ins Wohnmobil hinein. Draußen haben die Camper ihre Tische, Stühle ect. in Sicherheit gebracht. Beim Spazierengehen am Strand gab es ein kostenfreies Peeling. Nachts hat der Wohnwagen schön geschunkelt. Die Naturgewalten sind schon gewaltig.

Montags sind wir dann planmäßig nach Tarragona. In der Nähe von Alfredos Eltern und dem Platja Arrabassada haben wir uns einen Platz auf einem großen und leeren Parkplatz für die nächste Übernachtung ausgesucht.

Mittags waren wir zum Essen eingeladen. Es gab lecker Fisch. Ein paar Stunden zusammen sitzen. Und einige Päckchen abzuholen. Alles noch Dinge für das Wohnmobil. z.B eine kleine schicke LED-Leuchte mit Touch-Dimmerfunktion, die die vorhandenen zu hellen Strahler ersetzt und ganz, ganz wichtig (für den einen …) einen Küchenrollenhalter 🙂

Am frühem Abend zurück zum Wohnmobil. Und auf einmal ein Auto nach dem andern auf unseren leeren Parkplatz, ganze Karawanen. Hmm, was ist los? Die Frage war schnell beantwortet. Der 2.Liga-Verein von Tarragona hatte ein Spiel und das Stadion ist ganz in der Nähe. 2 Stunden später, die Karawane zieht weiter und der Spuk war vorbei. Alles passierte sehr geräuschlos. Ohne Gekröhle. Die Nacht verlief auch ruhig. Wir haben sehr gut geschlafen, nicht einmal die Züge von der naheliegenden Bahnlinie gehört (was ich befürchtet hatte).

Am nächsten Morgen haben wir ein Café gesucht. Erstes Café geschlossen, zweites Café geschlossen, 3 Café … Montag morgens haben viele Cafés in Tarragona geschlossen. Aber wir sind fündig geworden und haben in einem schönen, kleinem, stylischem Café sehr gut gefrühstückt. Ich habe sogar ein richtiges Brötchen bekommen, das kenne ich hier in Spanien sonst nicht.

Frühstück im Lanttonia Cafe & Bakery

Dann standen nochmals einige Erledigungen an. Wir hatten die Zeit auf dem Campingplatz genutzt um weitere Dinge auszusortieren. Also ein letztes Mal zur Caritas 3 Kisten Sachen gebracht. Die sehr freundliche Mitarbeiterin dort, die uns jetzt schon gut kennt, hat uns Alles Gute und viele Glück gewünscht. Dann zum Lager und auch dort zusätzliche Sachen eingelagert. Weiter zur Werkstatt die Reifen kontrollieren. Zum Abschluss noch ein kleiner Einkauf.

Für diese Nacht sind wir nach El Catllar gefahren. Hier gibt es einen kleinen, schnuckeligen Stellplatz an einem kleinem Bach. Der Stellplatz hat Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. Im Ort gibt es eine Agra-Cooperative, dort haben wir schon öfters lokale Weine, Öle, Essige eingekauft. Heute nur eine Feigenmarmelade und Haselnusskekse. Abschluss des Tages in einer kleinen Bar mit cerveza y patatas fritas (Bier und Chips). Gut geschlafen.

Cambrils – 1. Halt unserer Reise

Eine Woche Urlaub (Arbeitsurlaub – gibt es das ?) ist um. Wir stehen ca. 25 km südlich von Tarragona in Cambrils. Für den ersten Stopp, den ersten Campingplatz haben wir es sehr gut getroffen. Der Platz liegt direkt am Meer und ist sehr schön. Ich hatte ja ein wenig Vorbehalte bezüglich Campingplätzen. Ich bin aber eines besseren belehrt worden und sehr positiv überrascht.


Die ersten Tage waren noch von organisatorischen Dingen geprägt, wie Verkauf des Elektroautos (kleine Träne verdrückt), Anmeldung beim TÜV zur vorzeitigen Begutachtung, damit wir nicht in einem Jahr gezwungen sind nach Spanien zu reisen nur um den TÜV zu verlängern.
Alfredo hat die Zeit genutzt und im Wohnmobil weitere kleinere Anpassungen und Verbesserungen vorgenommen, wie andere Steckdosen (es gab nur fränzösische), Router, …


Gestern haben wir dann mal so einen richtigen, typischen Urlaubstag in Cambrils verbracht. Schön gemütlich mit dem Elektroroller hingefahren, am Yachthafen spazieren gegangen. Wir haben uns entschlossen in einem Lokal, dass wir schon kennen und immer wieder gerne besucht haben essen zu gehen. Es gab leckere Tapas, Muscheln, eine gegrillte Gemüseplatte und Paella.

Im Fischereihafen haben wir uns anschließend noch angesehen, wo die Fische und Muscheln herkamen. Es war genau die Uhrzeit als die Fischerboote zurück in den Hafen einliefen. Normalerweise darf dieses Gebiet der Berufsfischer im Hafen nicht betreten werden, aber die Tore waren offen, ich habe gefragt, ob es möglich ist in die Auktionshalle zu gehen und der Auktion beizuwohnen (komisches Wort). Das ging leider nicht. Es gibt Führungen im Sommer. Aber wir durften uns außen auf dem Gelände aufhalten und konnten so auch mit Hilfe der vielen ausführlichen Informationstafeln einen kleinen Einblick bekommen.

Frischer Fang von heute

Ein wenig erschreckend war schon, wie wenig Fische die einzelnen Boote ausgeladen haben. Auf den Schiffen waren so 4-6 Personen, Fangergebnis ca. 10 -20 Kisten für einen Tag Arbeit. Auf Grund der Tatsache, dass die Meere überfischt sind, dürfen die Fischer auch nur noch 9 Monate im Jahr rausfahren und müssen sich damit 12 Monate übers Wasser halten.

Heute wie früher wohl keine leichte Arbeit.

Fischer um 1950
früher

Die ersten Tage

So – jetzt ist das Projekt gestartet. Bisher waren es ja nur „Vorbereitung und Vorarbeiten“.

Wir haben die ersten Nächte hinter uns. Alles wunderbar 😊👍🏽

Wir sind noch viel am sortieren und aussortieren. Jeden Tag finden wir ein (überflüssiges) Teil – aber auch Dinge die noch fehlen. Daher sind meine Eltern zur Zeit unser Postfach für verschiedene Lieferungen: Andere Lampe am Bett, anderes Kabel, Kabelverbinder, neuer Akku für das Fahrradschloss, … usw.

Wir sind noch bis Ende der Woche auf einem Campingplatz in Cambrils.

Dann schauen wir weiter 😎

Ein leiser Startschuss

Ein leiser Startschuss
Es geht los! Die Wohnung ist verkauft; in der nächsten Woche ist auch unser „Superauto“ weg – das ist wirklich ein schwerer Schritt für uns. Dieses kleine Ding war perfekt für uns.Aber jetzt starten wir die ersten Tage auf einem Campingplatz in Cambrils. Wir müssen noch ein paar Dinge in Tarragona erledigen. Aber nach Ostern werden wir uns langsam weiterbewegen.Auf jeden Fall werden wir unseren Blog wieder starten und regelmäßig/unregelmäßig mit Neuheiten füttern.

Bis dahin und ein schöne Ostertage!

… und da war doch noch …

Nach fast 80 Tagen auf Tour und knapp 10.000km und fast 100 Ladungen an einer Ladestation gibt es trotzdem noch Überraschungen. In Frankreichs Norden suchten wir eine Ladestation. Es wurde uns ein Schnelllader in der Region angezeigt. Auf dem Weg dahin fiel uns seine Lage auf – mitten auf einer Rennstrecke!!??

Merkwürdig. Als wir ankamen standen wir an einer Motorradrennstrecke. Aber keine Ladestation zu sehen. Wir drehten eine Runde und sind schließlich über eine schmale Brücke in das Fahrerlager gefahren.

Zwischen Werkstätten und Mechaniker Truck

Zwischen den Hallen und den Trucks und lauten Motorrädern fanden wir die Ladestation. Es war auf jeden Fall die interessanteste Ladestation auf der ganzen Strecke. Mal sehen ob es auf der Nordschleife auch eine Station gibt.

Wir konnten die Trainingsrunden gut verfolgen

Letzte Station? Bergues

Ein Wunsch von mir war ein Besuch in Bergues – dieses Städtchen war die Hauptkulisse für den Film: Willkommen bei den Sch’tis.

Kinoplakat

Wir sind am Abend angekommen. Ein sehr schönes altes Städtchen, mit einem Kanal rund um die Altstadt.

Dieser Turm mit den Glockenspiel und der leckere Käse waren das Ziel. Leider fühlte ich mich nicht richtig fit und es wurde nur ein Kurzbesuch. An dem Abend sind wir durch den Ort gegangen und haben uns umgesehen.

Das Rathaus
Der Belfried (Glockenturm) aus dem 16Jhd. Leider 1944 von den Deutschen zerstört, wurde 1961 wieder aufgebaut
Kein Belfried, aber ein mächtiger Kirchtum
Stadthaus
Das Postamt
Info-Tafel des Canal de la Basse-Colme. Der Kanal gehört zu den ältesten in Frankreich

Am nächsten Tag holten wir uns in einem Markt den leckeren Maroilles Käse. Und weiter ging es Richtung Osten.

Mont-Saint-Michel

Und dann dachten wir uns – wenn man schon einmal hier in der Gegend ist, schauen wir uns doch Mal eine berühmte Insel und Kirche/Kloster an: Le Mont-Saint-Michel.

Le Mont-Saint-Michel

Ein sehr interessanter Ort. Ich wusste nicht, das es möglich ist ein Kloster zu stapeln. Auf sehr kleiner Fläche ist alles untergebracht, aber eben übereinander statt in der Breite. Die Kapelle oben, daneben der Kreuzgang (vielleicht etwas höher), unter dem Kreuzgang der Speisesaal, darunter Schlafräume und Empfangssaal usw. usw.

Über einen langen Steg zur „Insel“
Wenn alles gestapelt ist braucht man viele Treppen
Treppen
Lastenauszug aus der Zeit als die Anlage als Gefängnis diente
In der Mitte 6 Gefangene…
…die mussten diesen Schlitten hochziehen
Relief in einem Treppenhaus
Ornamente aus dem Kreusgang
Kirchenschiff
Verwinkelte Ecken
Turm mit Heiligen Michael
Blick von einer Terrasse vor der Kirche nach rechts und
links

Es war ein netter Ausflug und die Insel ist touristisch zu 100% erschlossen. Die Gassen vor dem Kloster sind voll mit Souvenirshops und Restaurants. Aber trotzdem eine Empfehlung von uns.

Mont-Saint-Michel aus der Entfernung

La Rochelle (3)

Es gab noch einen Ausflug nach Châtelaillon-Plage, einem kleinen Ort unterhalb von La Rochelle mit einem ganz fantastischem Strand. 3 Kilometer lang und der Sand Puderzucker-fein. Nach einem Kaffee wollte ich noch in ein Naturschutzgebiet. Bei der Anreise hatte ich dort von der Straße aus Stelzenhäuser gesehen und ich wollte unbedingt wissen, was das genau ist.

Nach einigen Versuchen haben wir über unbefestigte Wege die Hütten erreicht.

Es sind traditionelle Fischerhütten auf Stelzen mit Seng-Netzen. Bei Flut können hier die Fangnetze ins Wasser gelassen werden und Garnelen und kleine Fische gefangen werden.

Nochmal zu La Rochelle

Da hätte ich doch fast etwas vergessen. In La Rochelle gibt es einen aus dem Film bekannten U-Boot-Bunker, aber in der Stadt haben die Deutschen Besatzer auch etwas zurück gelassen. Direkt nach der Ankunft im Juni 1940 in La Rochelle beschlagnahmte die deutsche Armee das Hotel de Étrangers mit seinen 75 Zimmern. Ab Juni 1941 war es ausschließlich der deutschen Marine vorbehalten und diese beschloss direkt an Hotel einen Bunker für die Marine-Offiziere zu bauen. Der Bunker hat eine Fläche von ca. 280qm und verfügt über 2 grosse Räume für ca. 60 Offiziere und 6 Einzelzimmer für Admirale, Büros, Sanitäreinrichtungen und einer Bar.

Alles ist top erhalten. Es gab während des Krieges viele Luftangriffe, aber keine auf das historische Zentrum. Nach dem Krieg hat der Besitzer des Hotels die Zugänge geschlossen und alles geriet in Vergessenheit. Erst 1982 würde das Hotel von einer Immobiliengesellschaft gekauft. Das Hotel wird abgerissen und der Bunker tauchte wieder auf. Ein Mitarbeiter des Tourismusbüro erfährt von dem Bunker, welcher in seinem ursprünglichen Zustand geblieben ist und kauft ihn von der Immobiliengesellschaft. Er organisiert Führungen durch den Bunker. Ende 2012 haben 2 Museumsleute den Bunker übernommen und seit Mai 2013 ist dieser wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Viel Text – ich weiß – hier sind Bilder.

Zum schwarzen Kater – Name und Logo der Bar …
und auf einem U-Boot Turm, denn es war auch das Emblem der dritten deutschen U-Boot-Flottille, die im Zweiten Weltkrieg in La Rochelle stationiert war
Die Wandmalereien wurden von zwei jungen Hamburger Dekorateurinnen geschaffen: Annie Chèrié und Ruth Monsheimer „Cher & Mon“
Die Garderobe am Eingang
Der Bunkerplan

Ist eine interessante Ausstellung. Wer die Gelegenheit hat sollte sie besuchen.

Ankunft in der Bretagne

Kurzes Update: Nach unseren entspannenden Tagen in La Rochelle sind wir 300km weiter in den Norden gefahren. Gestern (04.06.) wurde in den französischen Nachrichten über heftige Unwetter in vielen Departements in Frankreich berichtet. Wir haben davon nichts mitbekommen. Auch auf der Fahrt heute war es ruhig. Ein bisschen Wind, es war bedeckt, aber kein Regen oder gar Hagel oder Gewitter.